Das Fenster anders gedacht

Auf dem Innovationstag 2019 wagt aluplast einen Blick in die Zukunft

Ein Unternehmen ist dann für die Zukunft gerüstet, wenn es bereit ist, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein Motto, das sich die Firma aluplast seit Jahren auf die Fahnen geschrieben hat. Auf dem Innovationstag am 21. März in Eisenach hat der Profilhersteller einen Blick auf die Fenstervisionen 2025 geworfen.

Gewichtsvergleich mit Vakuumglas
Gewichtsvergleich mit Vakuumglas
Werksführung bei brand Fenstertechnik
Werksführung bei brand Fenstertechnik
Musterecke
Klebetechnologie
Klebetechnologie

Wenn man an die Zukunft von Fenstern denkt, fallen schnell Begriffe wie Smart Home, große Elemente mit viel Licht und Einbruchsschutz. Aber wie sieht die Zukunft aus, wenn man sie aus der Sicht von Verarbeitern und Monteuren betrachtet? Klebetechnologie, alternative Werkstoffe, neue Montagekonzepte, Vakuumglas? Was kann die Lösung sein?

Mit dieser Frage beschäftigte sich der Kunststoff-Profilhersteller aluplast auf seinem Innovationstag in Eisenach. „Wir sind als Innovationsführer bekannt und machen uns fortwährend Gedanken darüber, wie die Zukunft der Fensterherstellung und die Fenstermontage aussehen wird. Dabei schauen wir auch über den Tellerrand hinaus. Das heißt nicht, dass es genau so kommt, wie wir uns das vorstellen. Aber es ist wichtig Impulse und Denkanstöße zu geben, wie sich unser Markt entwickelt und welche Chancen und Möglichkeiten daraus resultieren“, erklärt aluplast-Geschäftsführer Patrick Seitz.

In seinem Eingangsvortrag beschrieb Jürgen Huber, Vertriebsleiter Mitteleuropa bei aluplast die Herausforderungen, die durch die gesellschaftlichen und demografischen Veränderungen generell aber auch auf die Fensterbranche in den kommenden Jahren zukommen werden.  „Fenster sind in den letzten Jahren immer bautiefer und schwerer geworden. Dies bedeutet, dass neben mehr Gewicht, alleine durch den Sprung von der Bautiefe 70mm auf 85mm, 20 Prozent mehr Volumen bei gleichbleibender Anzahl Fenster durch die Produktion geschleust, aber vor allem auch transportiert werden müssen“, so Huber und wies darauf hin, dass die Branche andere Lösungen brauche um der damit verbundenen körperlich belastenden Arbeit in Produktion und Montage sowie der weiter rückläufigen Logistikkapazität Herr zu werden.

Andererseits bieten die Veränderungen aber auch Chancen: Viele Fenster im Gebäudebestand müssen nach wie vor ausgetauscht werden. Durch die höhere Lebenserwartung werde auch in zunehmenden Alter mehr und vor allem hochwertig saniert. Aus Hubers Sicht entstehe hier ein großes Potenzial für die Branche. Abschließend ging er auch auf neue, rein digitale Geschäftsmodelle im Fensterhandel ein und appellierte an die Branche offen für Veränderungen zu bleiben und die Gestaltung des Marktes in die eigene Hand zu nehmen.  

Innovationstag 2019 - Herr Seitz
Innovationstag 2019 - Herr Seitz
Innovationstag 2019 - Herr Huber
Innovationstag 2019 - Herr Huber
Innovationstag 2019 - Herr Greiner
Innovationstag 2019 - Herr Greiner

Exzellente U-Werte und geringes Gewicht
Eine Möglichkeit dem Einbau von immer schwereren Elementen entgegenzuwirken und die Belastung der Monteure zu reduzieren, könnte die Verarbeitung von Vakuumglas sein. Die Vorteile liegen auf der Hand: exzellente U-Werte, hohe statische Tragkraft und ein geringes Gewicht. In seinem Vortrag stellte Ralf Greiner, Leiter der Anwendungstechnik vom Glashersteller Guardian Glass, die Vakuumverglasung Guardian Vacuum IG™ vor. Hier kommen vorgespannte Gläser mit einer Low-E Beschichtung zum Einsatz, die ein bleifreies Glaslot haben. Je nach Ausführung können so Ug Werte bis zu 0,45 erreicht werden. Wobei die Grenzen noch nicht erreicht seien, wie Greiner betonte. Ein weiterer Aspekt ist das Gewicht. Vakuumgläser sind bis zu 75 Prozent dünner und 33 Prozent leichter als die handelsübliche Dreifachverglasung.

Das Fenster neu gedacht
Wenn die Vorteile so auf der Hand liegen, warum verwenden Verarbeiter nicht einfach Vakuumglas anstelle von herkömmlichem Isolierglas? „Mit Vakuumglas ist ein höherer Glaseinstand notwendig. Wir brauchen neue Konstruktionen, um Vakuumglas effektiv nutzen zu können“, erklärte Peter Schober, Leiter des Fachbereichs Fenster der Holzforschung Österreich (HFA), in seinem Vortrag. Im Rahmen eines Forschungsprojektes hat er sich mit der technischen Integration von Vakuumglas-Elementen in Fenstersystemen beschäftigt. Dabei sind sieben Ideen entstanden, von innen und außen öffnenden Fenstern, vertikalen Schiebefenster bis hin zur Schwing-Klappvarianten, die auf ihre Tauglichkeit geprüft wurden. „Zwei, drei vielversprechende Entwürfe werden gerade in einem neuen Projekt zusammen mit Wirtschaftspartnern zu Funktionsprototypen weiterentwickelt“, so Schober. „Wir wollen in eineinhalb bis zwei Jahren die ersten Ergebnisse präsentieren können.“

Effiziente Fertigung mit stahllosen Profilen
Dass es schon heute möglich ist, Fenster mit geringerem Gewicht zu bauen, zeigt die Firma Fenstertechnik brand. Sehr erfolgreich hat das Unternehmen vor ein paar Jahren die Produktion auf eine effiziente Fertigung von Fenstern mit stahllosen Profilen in Verbindung mit der Klebetechnik umgestellt. Das Konzept „energeto“ ermöglicht es mit den Technologien bonding inside (Klebetechnik) und powerdur inside (glasfaserverstärkte Kunststoffstege), hochwärmedämmende Fenster ohne die Wärmebrücke Stahl zu fertigen. So lassen sich einige Kilogramm Gewicht einsparen: „Den Vorteil, den wir über die stahllosen Systeme generieren können, fällt bei unseren Handelskunden und unseren Monteuren stark ins Gewicht“, erklärt Geschäftsführerin Birgit Brand. „Sie wissen es sehr zu schätzen, wenn eine Balkontür bei der Montage 10 bis 12 Kilogramm leichter ist.“
Neben der Theorie durfte an diesem Tag die Praxis nicht fehlen. In der anschließenden Führung durch die Produktion von Fenstertechnik brand konnten die Teilnehmer vertiefende Eindrücke zum Einsatz der Klebetechnologie und der stahllosen Fertigung mit energeto gewinnen.

Vergleichskalkulation
Im Rahmen der Zusammenfassung des Innovationstages stellte Jürgen Huber das aluplast Kalkulationstool vor: Mit diesem kann einfach und schnell berechnet werden, wie sich der Umstieg auf die Klebetechnik oder komplett stahllose Fertigung wirtschaftlich darstellt. Basierend auf den Fertigungsdaten des jeweiligen Produktionsbetriebes, werden in einer Vollkostenrechnung die jeweiligen Ausführungen der Fenstersysteme in geklotzter Variante mit geklebter und komplett stahlloser miteinander verglichen.

Zum Abschluss dankte aluplast Geschäftsführer Patrick Seitz allen beteiligten Unternehmen für Ihre Unterstützung: „Ein besonderer Dank geht an Frau Brand und Herrn Voigt mit Ihrem Team, dass sie uns einen Blick in die Produktion haben werfen lassen. Es war ein sehr interessanter Tag mit vielen Eindrücken und neuen Erkenntnissen.“ Den Teilnehmern gab er mit auf den Weg: „Bleiben Sie offen für neue Dinge und welche Chancen sich daraus bieten.“

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